Sicherheit und Datenschutz20:06
Angebot 10-mal teurer als die API-Preisliste: 12 Fragen für das Meeting
Wie Sie pruefen, ob ein Anbieter eine echte AI-Implementierung oder nur einen Wrapper auf ein Fremdmodell verkauft. 12 Kontrollfragen, Margengrenzen und Bedingungen, unter denen ein Wrapper akzeptabel ist.

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Synthetische Stimme.Praxisleitfaden aus Sicht eines Dienstleisters. Er beschreibt typische Lösungen, entscheidet jedoch keinen Einzelfall. Der erste Test ist einfach: Verlangen Sie den genauen Modellnamen, die Version und den Endpoint. Spricht der Anbieter ohne Dokumentation von einem „eigenen Modell", handelt es sich meist um ein Wrapper-Produkt für eine fremde API. Das zweite Signal ist der Preis: Angebote für dieselbe Aufgabe weichen um den Faktor 3 bis 10 voneinander ab, weil manche Firmen lediglich den Modellzugriff weiterverkaufen. Der Median der Integratormarge bei einer echten Integration liegt bei 18–35% der Modellkosten. Mehr als 50–100% ohne eigene Engineering-Komponenten deuten bereits auf einen Wrapper hin. Ab dem 2. August 2025 gelten für Allzweck-KI-Modelle eigene Pflichten, und ab dem 2. August 2026 greift der Großteil der Bestimmungen des AI Act.

Ursachen und Hintergruende
APIs für Sprachmodelle sind günstig und einfach zu verpacken. Eine Benutzeroberfläche, ein Prompt und eine RAG-Schicht auf GPT-4o entstehen in einer Woche, während die offizielle OpenAI-Preisliste 2,50 USD pro Million Input-Token für GPT-4o mini ausweist. Ein Anbieter ohne Kontrolle über das Modell kann weder für Fehler des Herstellers haften noch die Verarbeitungsregion garantieren. Nach Art. 28 DSGVO sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag und eine Liste der Unterauftragsverarbeiter Pflicht: Ein Wrapper bietet meist keines von beidem. So entstehen Angebote, die ohne ingenieurtechnische Rechtfertigung zehnmal teurer sind als die API-Preise.
Konkrete Massnahmen fuer Ihr Unternehmen
Nutzen Sie im Gespräch mit dem Anbieter diese 12 Kontrollfragen. Erstens: Welches Basismodell, welche Version und welcher Endpoint kommen genau zum Einsatz. Zweitens: Besteht der Vertrag direkt mit dem Modellhersteller oder über Microsoft Azure, Google Cloud, AWS: und welcher Partnerstatus liegt vor. Drittens: Sind BYOK und eine direkte Abrechnung möglich. Viertens: Wer ist der Auftragsverarbeiter gemäß DSGVO und wie lautet die Liste der Unterauftragsverarbeiter. Fünftens: In welcher Region werden die Daten verarbeitet und gibt es eine reine EU-Option. Sechstens: Handelt es sich um Fine-Tuning, RAG, Vektorisierung: oder lediglich um UI und Prompt. Siebtens: Wie hoch ist der Nettopreis für 1 Mio. Input- und Output-Token. Achtens: Welche SLAs werden garantiert und wie werden sie gemessen. Neuntens: Lässt sich das Basismodell ohne Vertragsänderung wechseln und ist der Datenexport garantiert. Zehntens: Wurden Tests auf Prompt Injection und Halluzinationen durchgeführt und wie werden die Ergebnisse berichtet. Elftens: Wie stuft der Anbieter das System nach dem AI Act ein und welche Pflichten übernimmt er als Anbieter. Zwölftens: Wer haftet für Modellfehler und wo liegen die Haftungsgrenzen.
Der Unterschied zwischen Integration und Wrapper reduziert sich auf Kontrolle und Haftung. Eine Integration ist die Konfiguration des Modells in der Kundenarchitektur mit Sicherheitsschicht, Monitoring, SLA, Auftragsverarbeitungsvertrag und Gesamtverantwortung. Ein Wrapper ist eine Oberfläche oder ein Prompt auf einer fremden API, ohne Kontrolle über das Modell und ohne Haftung für Herstellerfehler. In der Praxis prüfen wir das durch den Vergleich der Token-Preise mit der offiziellen Preisliste des Herstellers. Der Median der Integratormarge für eine Integration liegt bei 18–35% der Modellkosten. Ein Angebot, das ohne ingenieurtechnische Begründung zehnmal höher liegt als der API-Preis, gehört abgelehnt.

Wann das NICHT funktioniert
Ein Wrapper ist mitunter akzeptabel, wenn vier Bedingungen erfuellt sind: transparente Kennzeichnung als Schnittstelle auf einem Fremdmodell, Preis nahe den API-Kosten plus 5–15% Marge, Option BYOK und ein kurzer Pilotversuch bei geringem Risiko. In regulierten Branchen wie Finanzen, Gesundheit oder E-Commerce scheitert ein Wrapper ohne Kontrolle ueber die Verarbeitungsregion meist am DSGVO-Audit. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb erfasst auch irrefuehrende Angaben ueber ein angeblich eigenes Modell. Verbirgt ein Anbieter den Weiterverkauf einer fremden API, droht ihm ein Rechtsstreit. In der Praxis ist eine Grenze von 50% Marge ohne eigene Komponenten der Punkt, an dem ein technisches Audit ratsam ist.
HEXART unterstuetzt Sie dabei, diese 12 Fragen praxisnah zu klaeren: Wir pruefen Angebote, vergleichen Preise mit den Herstellerpreislisten und stellen die Pruefliste fuer das Anbieter-Audit zusammen. Mehr zu unseren Implementierungen auf hexart.pl.
Quellen
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